Florida „Auf Hemingways Spuren“ – Tag 15

Beim Schreiben gestern Abend ist uns aufgefallen, dass wir zwei wichtige Station in Key West noch nicht gesehen haben. Fluchs wurden die Pläne für den heutigen Tag geändert.

Der Leuchttum war einst ein wichtiges Mittel, um die Seefahrer vor den gefährlichen Korallenriffen zu warnen. Mehrere Familien dienten im Key West Lighthouse, welches 1847 erbaut wurde. Die Männer starben stets früher, daher betrieben die Witwen mit ihren Kindern die ölbetriebenen Warnsignale. Übrigens hatten die vier Leuchttürme auf den Keys verschiedene Licht-Rhythmen, sodass die Seeleute diese auseinander halten konnten und somit wussten, wo sie sich befanden.

Von oben konnten wir die 360 Grad Sicht genießen und sehen, wo wir in den letzten Tagen schon waren: Air Base, Mallory Square, Chamber of Commerce und die Episcopal Church.

Das Museum war auch nett gemacht, die Funktionsweise der Fresnel-Linsen kann Florian besser erklären ;-). Bei diesen Linsen wird das Licht durch die spezielle Anordnung der Lamellemprismen in den mittleren Kernbereich gebündelt. Dadurch werden Sichtweiten von bis zu 35 km erreicht.

Einer der berühmtesten Hausbesitzer und Bewohner von Key West war Ernest Hemingway. Das Haus wurde 1851 erbaut, der 1899 geborene Hemingway bewohnte es ab 1931. Der Onkel seiner zweiten Frau Pauline kaufte ihnen das Haus für 8.000 USD. Pauline richtete es mit europäischen Möbeln ein. Als Ernest mit seiner Flamme Martha als Kriegsberichterstatter in Spanien war, ließ Pauline für 20.000 USD einen Pool in den Garten einbauen. Darüber war Ernest so erbost, dass er ihr einen Penny vor die Füße warf mit dem Ausspruch „Hier hast du noch meinen letzten Penny!“. Diesen Penny ließ Martha am Pool einbauen, um allen zu zeigen, dass sie Hemingways letzten Penny geraubt hatte. Die Ehe wurde geschieden, Pauline bekam das Haus und lebte darin noch bis 1951. Ernest heiratete Martha.

Der Schriftsteller und Nobelpreisträger (1954) war ein Katzennarr. Über 60 Tiere lebten in seinem Haus. Bis heute werden die 6-Zehen-Katzen als Nachfahren seiner letzten Katze gezüchtet und dort gehalten. Die jüngsten wurden im Juni 2016 geboren und sind noch im Käfig.

Aber er liebte nicht nur Katzen. Sondern am meisten das Hochseetischen, die Jagd und Frauen. Er war viermal verheiratet. Eigentlich ironisch, dass es hier eine Hochzeitskapelle gibt, in der man sich trauen lassen kann. Kaum sah er eine schönere, berühmtere Frau als die vorherige, nahm er sich diese zur Frau. Diejenigen, die sich von ihm trennten, wurden in seinen Büchern oder Kurzgeschichten von ihm ermordet – er schrieb kurzerhand seine eigene Geschichte um, so wie es ihm gerade passte. Hemingway nahm sich 1961 das Leben, er war manisch depressiv.

Den Nachmittag faulenzten wir am Pool. Hier gab es – anders als am Meer – Schatten und Liegen. Am späten Nachmittag packten wir doch den Rucksack und spazierten zum unweiten Higgs Beach. Der war aber gar nicht so schön, sodass wir dort nur spazierten.

Auf dem Rückweg wurden Pylone aufgestellt und freiwillige Helfer waren an jeder Ecke mit Hinweisschildern gestanden. Heute fand ein 5-Meilen-Run statt. Aber nicht so langweilig wie bei uns, einfach nur laufen, sondern im Kostüm! Klar, dass wir uns auch an den Straßenrand stellten, um die Läuferinnen und Läufer zu bestaunen. Mann, da waren Kreaturen dabei! Und auch wieder allen Alters und von jeder Figur – Echt was fürs Auge! Die dollsten waren die beiden Dinosaurier – zum Schießen!

Nach einer kurzen Runde im Pool machten wir uns auf zum Abendessen. Viele kostümierte Läufer sahen wir in der Stadt wieder – Cleopatra mit ihrem Pharao, die Schildkröten und auch Cheerleader und Catwomans. Es mischten sich aber noch Heftigere unter das schon bunte Volk: Voll in Leder oder besser gesagt Leder an den wichtigsten Stellen. Bemalte Nackte, vorne angezogen und hinten nackt, Transsexuelle und toll Geschminkte. Manche Damen führten ihre Männer an der Leine. Hier geht alles und soo viele machen mit! Krass und für uns ganz umsonst – in anderen Zusammenhängen würde man für solche Anblicke viel Geld bezahlen 😉

Morgen geht es zurück nach Miami für unseren vorletzten Tag. Hier wars schön!

7 Antworten auf „Florida „Auf Hemingways Spuren“ – Tag 15“

  1. Super tolle Bilder, aber die Dinosaurier topen wirklich. Ich freu mich so für Euch dass Ihr soooo viele schöne und auch verrückte Sachen seht. Jetzt habt Ihr wieder Vorrat für die grauen Tage hier. Viel Spaß und Erfolg beim shoppen !!!!
    Ruft bitte an oder schreibt, wenn Ihr Eure Ankunftszeit wisst. Ich hab Urlaub und bin Zuhause. Liebe Grüße aus dem grauen und kühlen Enzo,
    Barbara/ dlmama

  2. Hey ihr Urlauber,
    kann mich nur allen Vorredner anschließen… wirklich spannend eure Reise. Nur mit dem Essen haut es ja nicht wirklich hin 🙁. Bei eurer Bootstour ans Fort mit anschließender Schnorchelei ist mir der Neid fast zu den Ohren raus gekommen…😁 aber jeder Tag sei euch gegönnt.

    Grüßle aus dem grauen Plochingen… bis bald.
    Bene

  3. Hallo Ihr Lieben,

    tolle Berichte und Bilder. Das ist echt ein verrücktes Amerika.
    Hätte ich so nicht erwartet.

    Euch noch viel Spaß in Euren letzten Urlaubstagen.

    PS: unser Konzert war sehr gut, volle Kirche, tolle Musik und gute Texte die Peter und Ebbe E. ausgesucht hatten.

    Die Flyer von Susanne gestylt sind auch angekommen und schon in Reudern verteilt. Frau Stysch war ganz begeistert.

    liebe Grüße

    Hebe

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