Florida „Schillerndes Paradies“ – Tag 13

Der Tag begann früh mit dem Weckerklingeln um 6 Uhr. So früh waren nicht mal die vielen Hähne wach,die hier mit ihren Hennen überall stolz herumgockeln. Unsere Fähre war um halb acht bereit zum Boarding und wir stiegen mit 120 anderen Ausflüglern ein.

Die Fahrt dauerte drei Stunden. Zwischendrin regnete es und dunkle Wolken am Himmel verhießen nichts Gutes… Gut, dass das Handtuch über den Schultern wärmte, denn indoor war es durch die Klimaanlage noch kälter…  Die Wellen ließen uns an Bord schwanken wie Betrunkene.

Frühstück gabs an Bord – sehr ordentlich.  Übrigens: Wer mag kann die Frühstücksberichte gerne überspringen. Der tägliche Bericht über die erste Mahlzeit des Tages hat sich einfach etabliert und wird daher weiter geführt 😉

Je näher wir den Dry Tortugas kamen, desto mehr riss der Himmel auf und die Sonne wärmte trotz Fahrtwind. Nach drei Stunden nur Wellen gucken kam endlich Land in Sicht: zuerst waren es nur ein paar kleine Sandbänke, dann tauchte das Fort Jefferson vor uns auf. Mächtig, rot und mitten in See – ein faszinierender Anblick, wo sich doch sonst nur Idylle mit türkisem Meer, feinem Sand und strahlend blauem Himmel breit machten.

Unser Führer, „Hollywood“ brachte uns bei einer Führung durch das Fort dessen Geschichte näher.

Warum wurde im frühen 19. Jahrhundert mitten im Nirgendwo, ca. 100 km von Key West ein Fort aus 16 Millionen Ziegelsteinen errichtet, ausgestattet mit 450 Kanonenplätzen, mit 2,4m dicken und 15m hohen Mauern und 800m Länge? Die Geschütze waren schwenkbar und konnten so jedes beliebige Ziel treffen. Die 136kg schweren Geschosse ließen sich 5km weit feuern! Und wenn man bedenkt, dass jeder Stein, jeder Arbeiter, alles Essen und Trinken aus dem Norden der USA hierher gebracht werden musste, um dieses Koloss zu errichten – unvorstellbar!

Dieses Fort ist das mächtigste der gesamten USA und wurde errichtet, um die amerikanische Vorherrschaft über den Golf von Mexiko, also über alle Schiffe, die über den Golfstrom ankamen, zu sichern. 2.000 Soldaten, Sklaven, Arbeiter und Gehilfen arbeiteten auf Fort Jefferson. Später wurden hier Gefangene gehalten.

Nach dieser beeindruckenden Geschichtsstunde blieb noch ein wenig Zeit zum schnorcheln, baden und sonnen. Leider war die Zeit auf dieser paradiesischen Insel viel zu kurz für uns. Die Soldaten oder auch die Gefangenen damals hätten sich wohl nicht vorstellen können, dass dieser Ort, an den sie „verdammt“ waren jemals als Paradies bezeichnet werden würde. Wir fanden den Tag mega-schön, die Bilder können leider nur einen Bruchteil der Brillanz der Natur und der beeindruckenden Ausmaße des Forts wiedergeben.

Mit vielen schönen Eindrücken mussten wir leider die Rückfahrt antreten. Sollte es uns noch einmal hierher verschlagen, werden wir eine Übernachtung im Zelt buchen. Sonnenuntergang, Sternenhimmel mitten im Golf von Mexico? Das wäre phantastisch!

Fürs Abendessen hatte Florian ein Restaurant ausgesucht, das wir zu Fuß ansteuerten. Unverhofft landeten wir im schillernden Trubel des Goombey-Festivals. Laute Musik, duftende Speisen, eiskalte Getränke und die dollsten Personen waren hier konzentriert auf einen Straßenzug. Wir warfen unsere Restaurantpläne über Bord und mischten uns unter die Feiernden. Schon lange habe ich mich (Susanne) nicht mehr so underdressed gefühlt. Hier wurde alles, was Frau hat, zu Schau gestellt. Ob mit Figur oder ohne – ganz egal. Ob schwul, lesbisch, transsexuell, ob jung oder alt, ob hell- oder dunkeläutig. Wir hatten so viel zu gucken, dass das Essen dabei kalt und das Bier warm wurde 😉

Getanzt haben wir auch noch ein bisschen – geniale Soundanlage, die für BotB in der Seegrasspinnerei eingeflogen werden müsste! Hier ein kurzes Video zum mitgrooven.

Nach einem erfüllten Tag und müden Beinen schlenderten wir voll mit gutem Essen und bunten  Bildern in unser Motel. Morgen wird der Wecker schweigen – ob wir dafür das Frühstück verpassen, oder nicht. Wir haben schließlich Urlaub – jetzt endlich, denn wir dürfen drei Nächte hierbleiben 😉

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